Portugiesisch braucht ein Land, nicht nur einen Sprachcode
Ein Handbuch für Portugal und eine Produktwebsite für Brasilien teilen viele Wörter und unterscheiden sich in technischem Vokabular, Grammatik und Kundenansprache. Alltägliche Computerbegriffe zeigen das: ficheiro, ecrã und telemóvel in Portugal heißen in Brasilien arquivo, tela und celular. Die Ausgangssprache liefert keine automatische Antwort auf diese Locale-Entscheidung.
Portugiesisch (Afrika) ist eine der aufgeführten Varianten der Agentur, doch Afrika ist keine einheitliche nationale Locale. Angola und Mosambik haben beispielsweise unterschiedliche administrative Kontexte. Die Anfrage sollte Land, Leser und Zweck nennen; vorhandene lokale Terminologie ist nützlicher als die Vorgabe, einen ganzen Kontinent zu bedienen.
Sprache und Locale
Eine Sprache,
mehrere Veröffentlichungskontexte
| Konvention | Portugiesisch | Warum das wichtig ist |
|---|---|---|
| Alphabet | Lateinisch mit ç und Akzenten wie ã, õ, á, é, ê und ô. | Akzente unterscheiden Wörter und Zeiten, daher dürfen sie nicht weggelassen werden. |
| Wo sie amtlich ist | Portugal, Brasilien, Angola, Mosambik, Kap Verde, Guinea-Bissau, São Tomé und Príncipe, Timor-Leste und Äquatorialguinea. | Jedes Land hat seine eigene Verwaltungssprache. |
| Zahlen und Daten | Dezimalkomma; Datum als Tag/Monat/Jahr; Tausender in Brasilien mit Punkt, in Portugal häufig mit Leerzeichen. | Länder- und Dokumentkonventionen bestimmen weiterhin die Darstellung. |
| Anrede | Tu, você und die förmlichen Formen unterscheiden sich je nach Land und Beziehung. | Brasilianische Texte verwenden normalerweise você; portugiesische Texte vermeiden oft ein Pronomen. |
| Verbkonstruktionen | Brasilien: estou fazendo. Portugal: estou a fazer. | Oberflächentexte zeigen die falsche Variante sofort. |
| Unternehmensdaten | Portugal: NIF, Lda. Brasilien: CNPJ, Ltda. | Kennungen und Rechtsformen bleiben wie eingetragen. |
Was das Orthographieabkommen nicht entscheidet
Das Orthographieabkommen von 1990 ist kein Umwandlungswerkzeug zwischen brasilianischem und europäischem Portugiesisch. Es regelt die Rechtschreibung, während länderspezifischer Wortschatz, Syntax und Sprachgebrauch bestehen bleiben. Einführung und Übergangsfristen verliefen von Land zu Land unterschiedlich, daher sollte ein Projekt die geforderte Konvention festlegen und, sofern vorhanden, ein freigegebenes Stilreferenzwerk beifügen.
Ältere Texte können die Schreibweise vor der Rechtschreibreform enthalten. Sie sollten als Referenzmaterial gekennzeichnet werden, damit eine übernommene Konvention nicht mit einer Vorgabe verwechselt wird. Ein afrikanisches Zielland braucht ein eigenes Briefing statt einer kopierten Portugal-Einstellung.
Dasselbe Wort kann über Grenzen hinweg seinen Sinn ändern. Propina bedeutet in Portugal eine Studiengebühr und in Brasilien ein Bestechungsgeld; actual und atual bedeuten aktuell, nicht tatsächlich. Das Zielland und nicht nur die Sprache bestimmt die Lesart.
Die Locale folgt dem Auftrag
Übersetzung im Zielland,
unabhängige Revision
Der Projektmanager klärt, welches Portugiesisch gebraucht wird, bevor er Übersetzer und Referenzterminologie zuweist.
Die Übersetzer haben mehr als zehn Jahre Erfahrung in ihrem Fachgebiet und leben in dem Land, für das der Text geschrieben wird. Ist Portugiesisch die Ausgangssprache, bleibt die Variante wichtig: Der Übersetzer in eine andere Sprache muss die Terminologie des Ausgangslands lesen und darf nicht die Bedeutung annehmen, die ihm aus einem anderen Markt am vertrautesten ist.
CAT-Tools, darunter Trados Studio, halten einheitliche Begriffe und wiederholtes Material vor. Länderfassungen brauchen eindeutig gekennzeichnete Referenzen, damit ein brasilianischer Begriff nicht unbemerkt in einen Text für Portugal gelangt. Ein zweiter qualifizierter Linguist vergleicht Ausgangs- und Zieltext nach ISO 17100, unterstützt durch spezielle QA-Software.
Mehrere Zielorte, ein Briefing
Eine portugiesische Gesellschaftsform oder Amtsbezeichnung sollte nicht stillschweigend durch eine Institution eines anderen Landes ersetzt werden, die rechtlich eine andere Rolle spielt; sie wird beibehalten und erläutert. Technische Handbücher brauchen Produktterminologie für den tatsächlichen Markt, und die Marketingübersetzung braucht eine lokale Stimme, ohne Produktfakten zu verändern.
Sind mehrere Zielorte beteiligt, sollte das Briefing für mehrsprachige Projekte gemeinsame Inhalte von länderspezifischen Versionen und Referenzen unterscheiden.
Praktische Fragen
Portugiesisch-Übersetzung
vor der Beauftragung
Welche portugiesischen Varianten bietet Babylon Translations an?
Die Agentur führt Portugiesisch für Portugal, Brasilien und Afrika. Für das afrikanische Zielgebiet sind ein benanntes Land und eine Zielgruppe erforderlich, da Verwaltungsterminologie und Sprachgebrauch abweichen. Eine Angebotsanfrage sollte den Zielmarkt und die Ausgangs- oder Zielsprache benennen und Portugiesisch nicht als eine für jedes Zielgebiet austauschbare Version behandeln.
Macht die Rechtschreibreform von 1990 das Portugiesische einheitlich?
Nein. Das Abkommen betrifft die Rechtschreibung und beseitigt nicht den nationalen Wortschatz, die Grammatik oder den Sprachgebrauch. Brasilianisches und europäisches Portugiesisch erfordern weiterhin Entscheidungen zur Locale. Ein Projekt braucht außerdem die Rechtschreibkonvention, die sein Herausgeber oder die empfangende Institution erwartet, besonders wenn ältere Referenztexte oder landesspezifische Praktiken zum Dokumentensatz gehören.
Kann brasilianisches Portugiesisch für Portugal angepasst werden?
Eine brasilianische Fassung muss vor der Veröffentlichung in Portugal sprachlich beurteilt werden. Der Austausch einiger sichtbarer Wörter deckt Unterschiede in Syntax, Anrede, Terminologie und Stil nicht ab. Ausgangstext und das vorgesehene Publikum in Portugal zeigen, welche Inhalte bleiben können und welche Passagen gründlicher überarbeitet werden müssen.
Was bedeutet Portugiesisch für Afrika in einem Briefing?
Der Begriff bezeichnet eine breite Dienstleistungskategorie, nicht eine einheitliche Locale. Das Briefing sollte das Zielland, etwa Angola oder Mosambik, und die Empfängerzielgruppe nennen. Lokale Institutionsnamen, Terminologie und Rechtschreibungserwartungen lassen sich dann beurteilen, statt aus einer Portugal- oder Brasilien-Fassung übernommen zu werden.
Was beeinflusst den Preis einer Portugiesisch-Übersetzung?
Der Preis hängt von Länge des Ausgangstexts, Fachgebiet, Wiederholungen, Dateizustand und der Zahl der Länderfassungen ab. Der Zeitplan muss auch die Revision einschließen. Vollständige Dateien und eine Zielliste ermöglichen eine genaue Bewertung; der Leitfaden zum Angebot erläutert die Angaben, die zur Definition der Arbeit nötig sind.